22.09.2021

Aufruf: Projektideen zur regionalen Fachkräftesicherung gesucht

Fachkräftebündnis Südostniedersachsen stellt Fortschreibung der regionalen Fachkräftestrategie für die Jahre 2021 bis 2024 vor

Digitalisierungs-, Innovations- und Transformationsprozesse unterstützen, Branchen mit besonderem Fachkräftebedarf stärken sowie Beratungsinfrastrukturen ausbauen und vernetzen: Das sind die Themenschwerpunkte der neuen regionalen Fachkräftestrategie, die der Steuerkreis des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen in seiner heutigen Sitzung im TrafoHUB Braunschweig vorstellte. Am 1. September 2021 gab das Land Niedersachsen bekannt, alle acht niedersächsischen Fachkräftebündnisse für weitere drei Jahre anzuerkennen. Ziel ist es, die Fachkräftesituation in den Regionen zu verbessern und mit regionalen Strategien passgenaue Fachkräfteprojekte auf den Weg zu bringen. Die 28 Mitglieder des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen legten bereits im Frühjahr 2021 den Grundstein zur Fortschreibung der regionalen Fachkräftestrategie. Das Bündnis erarbeitete auf Grundlage der aktuellen Herausforderungen im Themenfeld Fachkräftegewinnung und auf Basis einer schriftlichen Befragung aller Bündnispartner die neuen Themenschwerpunkte, in denen weitere Projekte in den kommenden drei Jahren der Förderphase konzipiert und umgesetzt wer­den sollen. Dafür steht dem Fachkräftebündnis bis 31. August 2024 ein virtuelles Budget in Höhe von 1,7 Mio. Euro aus ESF-Mitteln zur Verfügung.

„Die neue Fachkräftestrategie unterstützt die Bündnis­partner, Institutionen, Organisationen und Unternehmen der Re­gion in den kommenden drei Jahren, innovative Fachkräfteprojekte zu entwickeln und damit die Fachkräfteversorgung für unsere Region Braunschweig-Wolfsburg weiter zu verbessern. Dabei baut sie auf den bisherigen Themen und Projekten auf, ergänzt um aktuelle Themenfelder wie Digitalisierung und Transformation der Arbeitswelt“, sagt Wendelin Göbel, Sprecher des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen und Geschäftsführer der Allianz für die Region GmbH, der allen Beteiligten für die bisher geleistete Arbeit dankt und sich auf die weitere Zusammenarbeit aller Akteure freut.

Die Geschäftsstelle des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen bietet allen interessierten Projektträgern eine kostenfreie Beratung und unterstützt bei der Antragstellung. Weitere Informationen zur neuen Fachkräftestrategie stehen unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.fachkraeftebuendnis-son.de/downloads/regionale-fachkraeftestrategie/.

Fünf Projekte berichten über ihre Arbeit

Neben der neuen Fachkräftestrategie standen zudem fünf Zwischenberichte aus aktuellen Projekten auf der Agenda der Steuerkreissitzung.
Annette von Hörsten (SKZ-KFE gGmbH) berichtete, wie ein Schülerlabor am SKZ Kunststoffzentrum Peine den Jugendlichen Berufe und Studiengänge mit Bezug zur Kunststoffbranche näherbringt, und den Alltag in typischen Büroberufen erfahrbar macht.
Ulf Kelchheuser von der AWO Braunschweig e.V. thematisierte, wie das Projekt „Arbeiten nach Maß“ Zuwanderer bei der Suche nach Praktika, Ausbildungen oder Arbeitsplätzen weiter unterstützt und Arbeitgeber die Potenziale von zugewanderten Arbeitsuchenden für ihren Betrieb besser nutzen können.
Bernd Manthey, Allianz für die Region GmbH, stellte den Zwischenstand des Projekts Berufsorientierung 2030 vor, bei dem regionale Handlungsempfehlungen für bestehende und zukünftige Angebote zur beruflichen Orientierung von Jugendlichen erarbeitet werden. Ausgangsbasis waren regionale Gebietskörperschaftskonferenzen und Expertenrunden sowie eine groß angelegte Befragung zahlreicher Beteiligter, die derzeit ausgewertet werden.
Katinka Bertrix (4A Side GmbH) stellte die Arbeit am Talentpool vor, der ein digitales Matching regional verfügbarer Fachkräfte ermöglicht. Fachkräfte, die als Zweit- oder Drittplatzierte einen Bewerbungsprozess durchlaufen haben, stehen damit dem regionalen Arbeitsmarkt weiter zur Verfügung.
Ann-Kathleen Berg (4A Side GmbH) erläuterte den Projektfortschritt rund um die neue Qualifizierungsmaßnahme Veränderungsmacher*in. Absolventen fungieren dabei als interne „Change-Manager“, die Transformationsprozesse im Unternehmen anstoßen und begleiten.

Hintergrund Fachkräftebündnis Südostniedersachsen

Im Fachkräftebündnis Südostniedersachsen haben sich 28 Arbeitsmarktakteure der Region zusammengeschlossen. Sie sind seit dem 1. September 2015 vom Land Niedersachsen als eines von acht Regionalen Fachkräftebündnis anerkannt.

Um die Herausforderungen rund um den Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarf auch in Zukunft anzugehen, hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium die Anerkennung der acht Regionalen Fachkräftebündnisse am 1. September 2021 um weitere drei Jahre im Rahmen der landesweiten „Fachkräfteinitiative Niedersachsen“ verlängert. „Mit der Verlängerung der Fachkräftebündnisse wird die erfolgreiche Zusammenarbeit des Landes mit regionalen Akteuren, die den Arbeitsmarkt genauestens kennen, fortgesetzt. So wird in den nächsten Jahren eine Vielzahl an Fachkräfteprojekten gefördert, die auf den Bedarf vor Ort zugeschnitten sind. Auch die Transformation soll dabei aktiv mitgestaltet werden. Wir müssen die Menschen mitnehmen“, sagt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. Mit den Anerkennungen erhalten alle Fachkräftebündnisse für die nächsten drei Jahre eigene Planungsbudgets in Höhe von rund 14 Millionen Euro aus ESF+-Mitteln 2021-2027.

In der ersten Förderperiode standen dem Fachkräftebündnis Südostniedersachsen von 2015 bis 2021 Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds in Höhe von 2,9 Mio. Euro aus der Fachkräfteinitiative Niedersachsen zur Verfügung. Mit diesem Budget wurden regionale Fachkräfteprojekte entsprechend der Richtlinie „Unterstützung Regionaler Fachkräftebündnisse“ anteilig gefördert. Zu den Förderschwerpunkten gehörte insbesondere die Verbesserung regionaler Strukturen zur Fachkräftesicherung, die Qualifizierung von Arbeitssuchenden und die Weiterbildung von Beschäftigten.

 

Pressefoto: Die anwesenden Bündnispartner stellen die Fortschreibung der regionalen Fachkräftestrategie für die Jahre 2021 bis 2024 vor. (Foto: Allianz für die Region GmbH/Matthias Leitzke).